Veröffentlicht in Wissen

long covid ist sozusagen short CFS

Interview Carmen Scheibenbogen von Charite CFS Zentrum zu fatigue nach Covid 19:

https://www.deutschlandfunk.de/medizinerin-zu-corona-langzeitfolgen-scheibenbogen-viele.694.de.html?dram:article_id=491358

Auszüge:

Anmerkung weichsi: Ein Kollateral-Vorteil von Corona: vor allem der folgende Zusammenhang hat das Potential, der CFS-Forschung viel mehr Energie zuzuführen aka Geld.

Unter den Spätfolgen einer Corona-Erkrankung, die im Gesamten auch als „Long COVID“ bezeichnet werden, könne die frühzeitige Erschöpfung besonders häufig beobachtet werden, sagte Carmen Scheibenbogen, Medizinerin an der Berliner Charité, im Deutschlandfunk. Der aktuelle Wissensstand lasse Parallelen zum postinfektiösen Chronischen Fatigue-Syndrom  (CFS) erkennen, so Scheibenbogen. Das Syndrom war lange vor COVID-19 bekannt und werde z.B. durch das Epstein-Barr-Virus oder durch Grippeviren ausgelöst.

Rohde: Und haben Sie da eine Prozentzahl, wie viele Menschen eine chronische Erkrankung daraus entwickeln?

Scheibenbogen: Noch keine genaue. Um ganz sichere Prozentzahlen zu haben, muss man ja quasi alle erfassen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt krank geworden sind, und dann von allen die Verlaufsdaten haben. Solche Studien laufen zurzeit in Deutschland. Momentan können wir nur grob schätzen, aber wir gehen schon davon aus, dass das eine relevante Zahl ist, also ganz vorsichtig vielleicht ein, zwei Prozent der Patienten, die jetzt im Frühjahr erkrankt waren, die nach sechs Monaten auch noch anhaltend mit diesen chronischen Symptomen Fatigue und vielen weiteren Symptomen krank sind und von denen etwa die Hälfte momentan auch die Diagnosekriterien für CFS hat.

… was tun? …

Ein ganz wichtiger Aspekt ist auch, dass man an einer Belastungsintoleranz leidet, das heißt, man merkt, dass wenn man zu viel macht, dass es einem schlechter geht, also wenn man versucht, wieder zu arbeiten, oder wenn man versucht, Sport zu machen und das geht nicht, dann muss man das auch so akzeptieren. Das nennt sich auch Pacing, das heißt, man muss erst mal in den Grenzen dessen bleiben, was einem die Erkrankung momentan vorgibt.

Scheibenbogen: Ich möchte jetzt gar nicht über das, was in fünf oder zehn Jahren sein wird, spekulieren. Ich glaube, was viel relevanter ist: Wir werden viele Menschen haben, die chronisch krank sein werden nach COVID, und das schon in diesem Jahr, und dem müssen wir uns jetzt stellen. Wir müssen ganz schnell verstehen, was ist eigentlich los bei diesen Patienten, das heißt, wir müssen den Krankheitsmechanismus verstehen, um auf der Grundlage auch gezielt behandeln zu können, und gerade beim Chronischen Fatigue-Syndrom ist das in der Vergangenheit nicht passiert, das heißt, die Erkrankung ist bis heute nicht richtig verstanden, und deswegen gibt es auch bislang keine gezielten Behandlungen. Aber ich bin auch relativ zuversichtlich, dass wir, wenn wir das tun, die Erkrankung auch relativ schnell entschlüsseln können und dann auch gezielt behandeln können, wenn wir sehen, wie viele tolle Wissenschaftler wir in Deutschland haben, was jetzt zum akuten COVID alles schon veröffentlicht wurde. Und was mich auch ganz hoffnungsvoll stimmt: In den USA sind gerade 1,1 Billionen Euro für die Erforschung von Long COVID zur Verfügung gestellt worden. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir uns in Deutschland dieses Problems auch annehmen.

Anmerkung weichsi: ich fürchte, die Billion ist die amerikanische, also unsere Milliarde. Aber hoffentlich irre ich mich und es sind tatsächlich 1000 Milliarden Euro. ?

siehe auch, die kürzlich von Scheibenbogen initiierte erste Fortbildung für Ärzte zu CFS:

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